Tu es – nicht für, sondern mit Gott

Kennst du das: Du machst etwas mit Begeisterung, du findest es super, du gibst dein Bestes und irgendwann wird es mühsam und du wirst müde?

Ich wünsche es dir nicht und hoffe, dass ich dich mit diesen wenigen Worten ermutigen kann, dass es dir weniger oder gar nicht passiert.

In meinem Studium habe ich mich mit dem Missionar Hudson Taylor befasst. Er hat sich vor zirka hundert Jahren stark für die Verbreitung der Guten Nachricht der Vergebung durch Jesus Christus eingesetzt. Dass es heute in China geschätzt mehr als 100 Millionen Christen gibt, hat sehr viel mit seinem unermüdlichen Einsatz zu tun. Hudson war von Natur aus keine starke Persönlichkeit, doch er hatte gelernt, was es brauchte, damit ihm die Puste nicht ausging. Schon längst kannte er die Antwort auf drei sehr wichtige Fragen. Als er aber anfing ihre Bedeutung zu begreifen, konnte er sagen:

Nun war aber meine Arbeit nie […] so schwierig wie gerade jetzt; doch das Gefühl von Druck und Anstrengung ist ganz verschwunden. Der letzte Monat ist vielleicht die glücklichste Zeit meines Lebens gewesen.1

Die Fragen sind:

  • Was macht mich aus?
  • Was mach ich aus?
  • Was macht Gott aus?

Natürlich kannst du seine Antworten nicht eins zu eins für dich übernehmen. Denn Gott macht nie zweimal das Gleiche. Du bist anders als Hudson Taylor und das ist gut so. Seine Antworten können dir aber helfen, dir selbst darüber Gedanken zu machen und darüber zu beten. Ich verspreche dir, je klarer dir diese Fragen bewusst sind desto weniger Stress hast du in deinem Leben.

Was macht dich aus?

Dass Gott dich gemacht hat beweist erstens, dass du wertvoll bist und zweitens, dass du erwünscht bist. Hudson sah an sich selbst jedoch Einigens, das unmöglich gut sein konnte. Nachdem all seine Bemühungen gescheitert waren einem christlichen Leben zu genügen, gab er es auf. Um so grösser war seine Erleichterung, als er realisierte, dass die Erlösung von Jesus nicht nur eine Hilfe sei, um vor Gott bestehen zu können, sondern in sich alles dazu erfüllte (vgl. Joh 19,30). Jesus hat das volle Recht, alles mit in den Himmel zu nehmen, was ihm gehört. Hudson wusste: Ich bin das wertvolle erwünschte Eigentum von Jesus. Und genau das wollte er auch sein. Aus Dankbarkeit darüber, wollte er etwas für Jesus tun, egal was.

Was machst du aus?

Was würden andere – was würde Gott vermissen, wenn es dich nicht mehr gäbe? Alle Formen von Leistungen können ersetzt werden. Was ist unersetzlich? Hudson schwärmte oft von der so wohltuenden Ruhe, die ihn überkam, als er realisierte, dass Jesus ihm Aufgaben gab, nicht damit er etwas für Gott tun konnte, sondern damit er etwas mit Gott tun konnte.

Seit der Herr mich gelehrt hat, daß es sein Werk ist, kenne ich keine Angst mehr.Gott zu gefallen, das ist meine große Aufgabe in diesem Leben. Wenn ich mit ihm im Licht gehe, spüre ich keine Last.2

Freundschaften und Beziehungen können nicht ersetzt werden. Mit der Absicht, eine bessere Beziehung zu Jesus zu erreichen begann Hudson Taylor viel in der Bibel zu lesen, viel zu beten und bei Schwierigkeiten fast ausschliesslich Gott um Hilfe zu bitten. Damit hatte er aber wenig Erfolg. Als Hudson realisierte, dass er bereits eine Beziehung zu Jesus hatte und sie nicht verlieren würde, weil Jesus auch dann treu bleibt, wenn wir versagen (vgl. 2 Tim 2,13), bemühte er sich weiterhin auf gleicherweise. Jedoch nicht mehr um etwas zu leisten, sondern um seine Beziehung mit Jesus auszukosten.

Was macht Gott aus?

Hudson hatte sich extrem eingesetzt, um etwas für Gott zu tun. Dabei merkte er, dass er ziemlich schnell ans Ende seiner Kräfte und Möglichkeiten kam. Aber bei allem, was er mit Jesus zusammen unternahm, gab es keine Mängel.

Er sagte:

Es ist etwas Wunderbares, wirklich eins zu sein mit einem auferstandenen und erhöhten Christus, ein Glied an seinem Leibe zu sein! Denke, was das bedeutet! Kann Christus reich sein und ich arm? Kann Deine rechte Hand reich sein und die linke arm? Oder kann Dein Kopf wohlgenährt sein, während Dein Leib verhungert?3

Wenn jemand für Hudson einkaufen ging, war es nur logisch, dass Hudson ihm das nötige Geld dafür gab und genauso erwartete Hudson von Gott alles zu bekommen, was er brauchte, um seine Aufträge ausführen zu können. Natürlich nur, solange er auch nach dem Willen Gottes handelte. „Wenn wir Ihm vertrauen, können wir jeder Schwierigkeit und jeder Gefahr ruhig begegnen. Wir wissen, dass uns der Sieg doch beschieden [zukommen] wird“, sagte Hutson Taylor 4.

1Taylor, Licht auf dem Weg. Das ausgetauschte Leben, 3–4.

2Steer, Mit Hudson Taylor unterwegs, 103.

3Ebd., 12–13.

4Gott versagt nie! Aussprüche und Zitate, 61.

Weg zum chronischen lügen

Eine Lüge

Da ist viel Potential drin! Der Traum von jedem grossen Leiter ist jemand zu finden der fähig ist noch Grösseres zu tun, um diese Person zu fördern, zu fördern und noch mehr zu fördern. Ein Seelsorger mag etwas einseitig die Schwächen einer Person betrachten aber ein Pionier ignoriert diese fast vollends. Es kann so viel mehr erreicht werden, wenn mann die Stärken einer Person in den Mittelpunkt stellt.
Aber wie erklärt man Fehlverhalten, wenn Schwächen, Verletzungen, Zweifel, Unsicherheit, und Schuld unter den Tisch gewischt werden?

Rechtfertigung durch Lügen ist zwar Paradox aber etwas einfacher, als die wahren Uhrsachen zu bekennen. Weil Lügen bekanntlich kürze Beine haben, fordern sie nach jedem Schritt eine neue grössere Lüge. Ein Bruch mit den Lügen wird von einem Augenblick zum nächsten schwieriger. Kommt es aber nicht zu einem Bruch, wird die Lüge bald sämtliche Bereiche des Lebens bedecken und auch die so hoch geachteten Stärken – die immer noch im Mittelpunkt stehen – erdrücken.

Sex und das Ja-Wort

Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und seiner Frau anhangen, und sie werden sein ein Fleisch
(1 Mo 2,24).

Als mir jemand erzählte, schon zahlreiche Bücher zur biblischen Sexualethik gelesen zu haben aber immer nur diese eine Bibelstelle auseinandergerissen wurde, war ich sprachlos ja regelrecht schockiert. Zwar würde ich, nach dem Vorbild von Jesus und Paulus (Mt 19,5-6; 1 Kor 6,16; Eph 5,31) ebenfalls diese erste Erwähnung der Ehe zitieren. Die Bibel aber weiss sehr, sehr viel mehr über Ehe und Sexualität zu sagen.

Die überaus grossen Fragen, was Ehe ist, was Sexualität beinhaltet oder beinhalten sollte und wie weit sie Teil voneinander sind, lassen sich nicht mit Ja/Nein Fragen beantworten. Auch beispielhafte Anweisungen „Du sollst (nicht)“, sind dafür nicht sehr hilfreich.

Die Tatsache, dass Jesus das Himmelreich mit einer Hochzeit vergleicht, ist jedoch sehr aussagekräftig (Mt 22,2). Oder, dass Gott den Götzendienst seines Volkes Hurerei nennt (Jer 3,8f). Fragen, die man nachgehen kann, sind zum Beispiel:

Was sagt die Bibel über…

… Sexualität und (Un)Heiligkeit?
… Hurerei und Unzucht?
… Sexualität von „anderen“ Völkern?
… Jesus der Bräutigam?
… Ehe und Politik?
… Ehe und Blutsbund?
… Verlobung?
… Hochzeit und Alter?
… Ehe und Sklaverei?
… das, für Geschlechtsverkehr benutzte Wort, „erkennen“?

usw.

Geschichten wie die von Abimelech und Sara (1 Mo 20,4), Sichem und Dina (1 Mo 34,7) oder die Dichtungen des Hohenliedes geben uns zwar keine direkten Anweisungen, erweitern aber sehr wohl unser Verständnis.

Die oft gestellte Frage ob Sex ausserhalb der Ehe OK ist, kann durchaus beantwortet werden (5 Mo 22,20f; 1 Kor 6,18; 1 Kor 7,9). Dies als Gesetz anzuwenden ohne zu wissen was dadurch geschützt werden soll ist aber wenig hilfreich. Wenn ich dabei nicht durch Liebe motiviert handle, habe ich Gottes Gebot nicht eingehalten (Mk 12,30f; Joh 14,21; 1 Tim 1,5). Ich mag das Richtige tun aber es wird unschön sein wie tönendes Erz (1 Kor 13,1).

God is in a good mood

Zurück von der USA, überwältigt von zahlreichen Eindrücken, die Schönheit der Natur in Zion und das Lichtspiel der Sonne über millionen von Sandstein-Türmchen in Bryce-Canyon, die Grand-Canyon die dem Begriff „Gross“ ganz neue Dimensionen gibt. Aber nicht nur in der Natur selbst in Las Vegas, welches nicht umsonst, den Spielplatz des Teufels genannt wird, erlebten wir Gottes Herrlichkeit, wir besuchten fünf Kirchen und durften für zahlreiche Leute beten.

Im Ganzen erlebte ich 13 verschiede Kirchen.
Ein Prediger beginnt mit einer Aussage seiner 3 jährigen Tochter.
„Wie war dein genialer Tag, Papa?“
Danach erzählt er wie er zu Kindern in einem Lager reden wollte aber erst am dritten Tag dazu kam, weil die Kinder nicht aufhörten, sich gegenseitig und ihm, die Grösse Gottes zu bezeugen.
Ca. 60 Menschen, aus allen Altersklassen, liessen sich taufen. Ein 10 jähriger Junge bezeugte vor rund 3’000 Menschen, dass er sich taufen lassen werde, weil er mit Gottes Hilfe die Welt verändern will. Ein 4 jähriges Mädchen erklärt: „Ich kenne Gott, seit ich im Bauch meiner Mutter war, ich lasse mich taufen, weil ich ihn noch besser kennenlernen möchte.

An der Wand, in einer Sonntagsschule, stand in grossen Buchstaben: „God is in a good mood“ (Gott hat gute Laune).

Ich beobachte die Kinder wie sie hemmungslos vor Gott Tanzen, um ihrer Freude an ihm Ausdruck zu geben. Tränen liefen mir über die Augen und ich dachte: „Wenn Gott Gefühle kennt und das tut er, und wenn er hier willkommen ist und das ist er. Wie sollte er dann nicht gute Laune haben.

Auch hier in der Schweiz darf ich von Kindern lernen.

Eine Mutter erzähle mir, wie ihr Sohn, sich die Zunge aufgeschnitten hat und heftig aus dem Mund blutete, seine Schwester sei umgehend auf den Balkon gerannt. Als die Blutung plötzlich stoppte, rief sie ihre Tochter wieder zurück. Es sei alles gut. Die Antwort des Mädchens: „Ich weiss, ich habe soeben Gott gebeten, dass er meinen Bruder heilt“.

Ein anderes Mädchen, welches ebenfalls zu mir in die Sonntagschule kommt, fragte ich, was sie einmal werden möchte. Sie schaute mich mit grossen Augen an als wollte sie sich vergewissern, ob ich die Antwort wirklich nicht kenne. Dann erklärte sie fröhlich: „Eifach öber wo Gott kännt“.
Heute erzählte mir ihre Mutter, was für ein Vorbild die Kleine für sie sei. Wenn es ihr schlecht geht, betet sie, singt Lieder zu Gott und lässt sich so von Gottes Laune anstecken.

Lässt du dich anstecken?

Sooo unvernünftig!

„Hey, als du in der Schule ausgelacht wurdest, hast du jemals daran gedacht dich umzubringen?“

Ich wahr 16 Jahre alt in einem Lager mit ca. 80 Teenagers. Viele davon kannte ich gut aber mit diesem kleinen Mädchen habe ich noch nie gesprochen, ich wusste nicht mal ihren Namen. Als sie mich angesprochen hat, fragt sie bereits im ersten Satz, ob ich suizidgefährdet bin. Und woher bitte weiss sie, dass ich in der Schule gemobbt wurde? Das war einmal jetzt geht’s mir gut. „Ne so schlimm war es nie. Sicherlich hab ich mir schon Gedanken über Selbstmord gemacht. Daran gedacht hat wahrscheinlich jeder schon mal aber es ernsthaft in Erwägung gezogenen? Ne, das habe ich nie.“ Sie: „Ich habe meinen Eltern bereis einen Brief – einen Abschiedsbrief geschrieben.“

Sie merkte, dass sie mich überforderte gab, aber nicht auf und ging gleich auf die nächste Person zu, welche ihr vielleicht helfen könnte und zur übernächsten und zur überübernächsten.

Von meinen Erfahrungen mit Mobbing hörte sie übrigens von mir selbst. Ich wollte in einer Anbetungszeit von Gottes Grösse zeugen, doch aus Verlegenheit fand ich keine Worte. Ich stammelte irgendwelches — aus meiner Sicht — wirres Zeugs, vor mich hin, bis ich aufgab und beschämt das Mikrophon hinlegte. Ich hatte keine Ahnung, dass Gott mich dabei brauchte, um ein kraftvolles Zeugnis über seine Liebe in Bedrängnis abzulegen. Ein Zeugnis aus meinem Leben, welches alle hörten, nur ich selbst hab nichts davon mitbekommen.

Mirjam, inzwischen fand ich heraus, wie sie heisst, hatte neben ihren soziale Schwierigkeiten auch körperliche Gebrechen, Komplikationen mit Rücken, Gelenke und Atmung. Wir gingen auf eine zweitägige Wanderung. Einige versuchten ihr auszureden, mitzukommen. Dafür hatte sie kein Gehör.

An einer steilen Stelle der Wanderung hörte sie plötzlich auf, zu sprechen. Mirjam war so muksmäuschenstill, dass wir uns Sorgen machten. Doch so sehr wir sie auch bestürmten, sie lief einfach schweigend weiter. Bis sie zusammenbrach. Erstaunlich schnell erholte sie sich wieder. Eine Leiterin schlug vor, sie solle sich an einem Rucksack von jemandem festhalten, und sich ziehen lassen.

Auch davon wollte sie nichts wissen. Ich machte ihr zwar klar, dass ich gerne Zugesel spielen würde, wollte sie aber nicht weiter bedrängen. Kurz darauf fand diese Leiterin, dass sich die Bändel meines Rucksackes hervorragend eigenen um sich daran festzuhalten und lies sich fröhlich, lachend von mir ziehen, ein weiteres Mädchen stellte fest, dass ich ja zwei solche Bändel habe und so zog ich gleich zwei Junge Frauen den Berg hinauf. Es funktionierte, als Mirjam sah, dass sie nicht die Einzige sein wird, die sich ziehen lässt, lies sie sich von einem grösseren Mädchen helfen.

An diesem Abend sass ich etwas deprimiert auf einer Mauer, in den vergangenen Tagen hatte ich einiges erlebt, das mich beschäftigte, so ruhte ich mich in der Gegenwart Gottes aus und sang Lobpreislieder.

Mirjam setzte sich zu mir und fragte, wieso ich immer so gut drauf sei. Ich war erstaunt und wollte wissen, wie sie darauf kommt, worauf sie bemerkte, dass ich so oft Lieder singe. Ich erklärte ihr, dass ich gerade deshalb lobsinge, das ich mich eigentlich nicht gut fühle, es mir aber wohler ist, wenn ich Gott loben kann.

Sie sass noch eine Weile schweigend neben mir und ich sang leise weiter. Dann ging sie auf jemand anderes zu der hat mal etwas über Vergebung gesagt. Von ihm wollte sie lernen und fragte ihn aus.

Ich war beeindruckt von ihr. Sie suchte Hilfe, wo sie nur konnte, sie lies nicht locker und sie bekam Hilfe. Ein Jahr später vernahm ich, dass sie Klassensprecherin geworden ist von derselben Klasse, die sie beinah in den Tod getrieben hat.

Die Wanderung ging weiter und begann gleich am Anfang mit einem langen konstanten Anstieg.

Ich sah Mirjam mit einer Freundin weit hinter uns. Da wir kurz davor standen Sichtkontakt zu verlieren lief ich zurück und machte ihnen nicht unfreundlich aber deutlich klar, dass sie aufholen müssen. Sie, etwas vor den Kopf gestossen, entschuldigten sich, dass sie ja wollen aber nicht können.

War ich zu arrogant? Ich war ja nur ein anderer Teenager. Hatte ich das Recht, so mit ihnen zu reden? Ich lies mich nicht beirren und forderte die Beiden auf, mir ihre Rucksäcke zu geben.

Da ich ihre Sachen hatte, blieb ich in ihrer Nähe. Bald darauf, immer noch weit hinter den Anderen kam Mirjam auf die Idee, Loblieder zu singen. Ich war entsetzt, was hab ich da nur angestellt. Da ist sie mit Kreislaufprobelehmen am Wandern und jetzt will sie, wegen meinem Zeugnis, auch noch singen!? Soo unvernünftig. Oder? Gott lehrte mich eines Besseren. Die nächsten sechs Stunden verbrachten wir drei im lauten Worship, wir marschierten fröhlich vor Gott, denn anderen voraus.

Bitte niemals um eine (Neu-) Erfüllung im Geist, wenn du in einer Bibliothek bist.

Als charismatisch erzogener Christ hatte ich zwar schon lange Heilsgewissheit, hinterfragte mich aber manchmal, ob ich etwas an göttlicher Kraft verpasse, weil ich mich an keine typische Geistestaufe erinnern kann. In pfingstlichen Kreisen wird das erfüllt sein im Geist auffallend oft mit der Zungenrede in Verbindung gebracht. Ich verfüge nicht frei über die Glossolalie. Dies verstärkte meine Verunsicherung.

Das Buch „Geist Gottes – Quelle des Lebens: Grundlage einer missionalen Pneumatologie“, las ich mit grossem Interesse. Irgendwie überzeugte mich der Autor Heinrich Christian Rust, dass seine Lehre gut fundiert ist und nicht verblendet von abstrakter Theorie oder ungeprüften Erfahrungen.

Etwa in der Mitte des Buches erklärt er, dass der Geistempfang wie auch der Glaube, die Busse und die Wassertaufe, eine christliche Grunderfahrung ist (s.:154). Dass diese Erfahrungen nicht immer gleichzeitig erlebt werden und auch nicht immer in der gleichen Reihenfolge. Von sich selbst erzählt er, dass er sich an mehrere Zeiten erinnern kann, an denen er den Geist mindestens so intensiv erlebt hat wie bei seiner ersten Taufe im Heiligen Geist (s.:174).

Darauf bat ich den Heiligen Geist, mich neu zu erfüllen.

Ich fühlte mich als würde mir der Geist einen fragenden Blick zuwerfen, bevor er seinen Spass mit mir triebe.
Dann realisierte ich, dass ich in einer Bibliothek war, wo ich zur absoluten Stille verpflichtet bin.
Gar nicht so einfach, wenn dir der Geist einwenig Saft einspritzt.

Ich stand sofort auf mit einem rissigen Grinsen auf dem Gesicht den Lippen fest zusammen gepresst. Fest entschlossen in der Bibliothek nicht zu lachen, zottelte ich bauchgekrümmt hinaus nur, um lautlachend die Strasse rauf und runter zu laufen.

Danke Gott, das hat gut getan.

Die beste Botschaft

Du bist wertvoll, ich weiss das, aber es von sich selbst zu wissen ist nicht immer einfach. Jemand muss es dir und mir sagen, bevor wir es glauben können. Deshalb wünscht sich jedes Mädchen und jede Frau, dass Ihr eigener Vater sagt: „Du siehst gut aus, du bist wunderschön“. Deshalb können Knabe aber auch noch ältere Männer, überrissen grosse Dinge unternehmen, nur um vom eigenen Vater zu hören: „Ich bin Stolz auf dich“.

Ich kann dir sagen, das du wertvoll bist. Und ich meine es auch so. Doch hat es eine höhere Bedeutung, wenn dein Vater dir das sagt. Und noch eine grössere Bedeutung hat es, wenn du es von Gott, unserem himmlischen Vater hörst. Er hat uns gemacht, dich gibt es nur, weil er dich haben wollte!
Es ist sein Herzenswunsch dir ganz persönlich zu sagen: Du bist wertvoll. Er hört nie auf, es dir zu sagen.
Aber was ist, wenn wir ihn nicht hören können? Das bedeutet nicht, dass Er aufgehört hat zu sagen: „Du bist wertvoll“. Es bedeutet lediglich, dass wir dann zu weit Weg sind, um Ihn zu hören. Dass etwas zwischen uns und Gott steht wie eine mächtige Mauer, die schaldicht ist.
Diese Mauer nennen wir Sünde. Sie ist alles was uns ein schlechtes Gewissen macht und alles, was lieblos ist.

Das Problem ist, dass wir diese Mauer niemals abbauen können. Die gute Nachricht ist, dass Gott diese Mauer ebenfalls los werden möchte. Deshalb ist Jesus sein Sohn auf die Erde gekommen, damit er unsere Sünden auf sich nehmen kann. Deshalb ist Jesus gestorben, um unsere Sünden in den Tod zu nehmen. Den einzigen Ort, wo sie uns nicht mehr von Gott trennen kann. So als würde jemand eine Busse für dich bezahlen.
Dies ist ein Angebot, ein Geschenk von Jesus an dich. So als würde er dir Anbieten dein Auto zu waschen. Nur geht es hier um sehr viel mehr. Ein Geschenk kann man sich nicht verdienen, wenn du dafür bezahlen willst, lehnst du den Schenkenden ab. Ein Geschenk kann mann nur annehmen oder eben ablehnen.

Wenn du nicht ausdrücklich möchtest, wird Jesus sich dir nicht aufdrängen. Aber wenn Du Gott als liebender Vater kennenlernen möchtest, dann erzähl Jesus alles was dir ein schlechtes Gewissen bereitet, er will, kann und wird es dir wegnehmen.

Es hat nicht geholfen! – Er hat doch geholfen!

Aber ich… ich mag eifach nöd.

Es begann mit einer Grippe. Schlaflose Nächte folgten. Andauerndes Seitenstechen und Verkrampfung im Brustkasten, Schwachheit als hätte ich seit Wochen nichts gegessen, sowie Schwindel und Konzentrationsstörungen plagten mich so stark, dass eine Telefonnummer einzutippen oder Messer und Gabel in den Händen zu halten mich manchmal überforderten. Und doch funktionierte ich weiter. Zwei Jahre lang lebte ich fast passiv. Ich war so schwach, dass ich meine Augen bei jeder Gelegenheit schloss. Beim Gehen blinzelte ich nur alle zwei oder drei Meter auf. Kein Arzt konnte mir erklären, was mir fehlt. Ich konnte mir nicht erklären, wieso Gott so etwas zulässt.

Nöd us eigner Chraft.

Ich schrie zu Gott, war wütend auf Ihn und klagte Ihn an. Jedoch spürte ich, dass Gott nie von meiner Seite wich, auch dann nicht, wenn ich Ihn aufs Übelste beleidigte. All meine Stärken hatten mich verlassen, ich hatte nichts mehr worauf ich mich verlassen konnte – nur Gott war immer noch da! Vor meiner Krankheit hatte ich ein ziemlich grosses Selbstvertrauen. Trotzdem wusste ich nie, ob ich genüge. Jetzt weiss ich, dass selbst wenn ich an mein Limit komme, werde ich niemals verloren sein. Diese Sicherheit ist mir mehr wert als Gesundheit.  Gott sei Dank darf ich heute beides geniessen. Falls du von irgendeiner Angst geplagt wirst, möchte ich dir Mut machen, Gott kennenzulernen. Er wird dir Sicherheit geben, die sogar über dieses Leben hinausgeht.

Es geht mir schlecht!

Seit längerer Zeit bin ich massiv geschwächt in meiner ganzer Existenz. Sichtbar und benennbar sind meine körperliche Kraft und meine emotionale Schwäche, doch mein ganzes Sein ist am Boden. Ganz anders als früher.
Ich verbringe viel Zeit mit Gott, kann auch gar nicht anders. Ich bin so abhängig und unfähig selbständig zu sein, so ganz gegen meine Gewohnheit. (Es gab Zeiten da habe ich mir gewünscht mehr von Gott abhängig zu sein).

Es geht viel, ich setzte mich mit vielem auseinander, lerne viel, Gott ist mich am verändern ich komme vorwärts auf seinem Weg. Mit meinem Verstand weiss ich, dass dies gut ist, aber – ich will nicht mehr. Mir Gehts schlecht, ich sitze im Dreck und sehne mich nach Normalität nach dem starken selbstbewussten Benjamin, den ich einmal war.

Da ich über länger Zeit auch nicht mehr arbeiten konnte und auch nicht mehr in meiner Jugi(Jugendhauskreis) wahr freute ich mich letzte Woche wieder in die Jugi gehen zu können. Ich erhoffte mir so richtig auftanken zu können, Gemeinschaft zu haben mit meinem Freunden, mit ihnen das Abendmal einzunehmen, ein bisschen zurück zu kommen zu dem, was ich mein Daheim nenne. Aber ich fühlte mich nicht daheim, wir sprachen über das Gebot der Liebe in Johanes 15.9 , darüber ob uns das ermutig oder eher herausfordert. Ich konnte es nicht sagen es war herausfordernd aber warum? Ich fühlte mich wie, wenn über frisches Wasser geschwärmt wird und ich am verdursten bin.

Ich musste früher nach Hause gehen, weil ich nicht genügend, Energie habe, um am Abend aufzubleiben so ging ich etwas frustriert ohne das Abendmahl einzunehmen. Ich sprach mit Gott und sagte ihm, dass ich in meinem (neuen) Zustand vielleicht nicht mehr Liebe verdient hätte, aber dass ich ganz einfach mehr brauche! Ich fing an zu weinen und schrie zu Gott, klagte ihn an, erklärte, dass ich das nicht will, dass obwohl er mir viel gibt, ich am Verhungern bin. Dass ich so stark hungere, dass ich mir nicht sicher bin, ob mir Satans Alternativen nicht lieber währen. Ich weiss was er mir bietet ist wie Heroin, es sättigt mich nicht auch stärkt es mich nicht wie das Brot Gottes, sondern es zerstört mich, aber wenn ich mich dafür entscheide, würde ich nicht zu wenig bekommen und wenigstens würde es meinen Hunger abtöten. Zu verhungern scheint mir durchaus angenehmer, als zu hungern.
Wen ich physisch so stark am Hungern wäre, hätte ich wohl kaum ein schlechtes Gewissen zu Heroin zu greifen oder zu Morphium, wenn ich extreme Schmerzen verspüre.

So sprach ich mit Gott und wusste, dass er mir zuhörte, er hat mich an gute Predigten erinnert, mich weiter gebracht auf seinem Weg. Er lehrte mich und das ist Gut, denn es ist von Gott. Aber… Ich sagte ihm auch klar, er solle sich einen anderen suchen für seine Lektionen. Ich will nicht mehr!
Im Bett betete ich das Vaterunser mit starker Betonung auf: „Unser tägliches Brot gib uns heute!“
kaum wahr ich fertig klopfte ein Freund an meine Tür, er sah, dass mein Licht noch an war, und brachte mir das Abendmahl.

Halleluja

I lift my eyes up, to the mountains

Praise You In This Storm

Blessed Be Your Name

No Longer Slaves

Fear Is a Liar

Weep With Me

I Can’t Even Walk

His Eye Is on the Sparrow

Warrior is a child