God is in a good mood

Zurück von der USA, überwältigt von zahlreichen Eindrücken, die Schönheit der Natur in Zion und das Lichtspiel der Sonne über millionen von Sandstein-Türmchen in Bryce-Canyon, die Grand-Canyon die dem Begriff „Gross“ ganz neue Dimensionen gibt. Aber nicht nur in der Natur selbst in Las Vegas, welches nicht umsonst, den Spielplatz des Teufels genannt wird, erlebten wir Gottes Herrlichkeit, wir besuchten fünf Kirchen und durften für zahlreiche Leute beten.

Im Ganzen erlebte ich 13 verschiede Kirchen.
Ein Prediger beginnt mit einer Aussage seiner 3 jährigen Tochter.
„Wie war dein genialer Tag, Papa?“
Danach erzählt er wie er zu Kindern in einem Lager reden wollte aber erst am dritten Tag dazu kam, weil die Kinder nicht aufhörten, sich gegenseitig und ihm, die Grösse Gottes zu bezeugen.
Ca. 60 Menschen, aus allen Altersklassen, liessen sich taufen. Ein 10 jähriger Junge bezeugte vor rund 3’000 Menschen, dass er sich taufen lassen werde, weil er mit Gottes Hilfe die Welt verändern will. Ein 4 jähriges Mädchen erklärt: „Ich kenne Gott, seit ich im Bauch meiner Mutter war, ich lasse mich taufen, weil ich ihn noch besser kennenlernen möchte.

An der Wand, in einer Sonntagsschule, stand in grossen Buchstaben: „God is in a good mood“ (Gott hat gute Laune).

Ich beobachte die Kinder wie sie hemmungslos vor Gott Tanzen, um ihrer Freude an ihm Ausdruck zu geben. Tränen liefen mir über die Augen und ich dachte: „Wenn Gott Gefühle kennt und das tut er, und wenn er hier willkommen ist und das ist er. Wie sollte er dann nicht gute Laune haben.

Auch hier in der Schweiz darf ich von Kindern lernen.

Eine Mutter erzähle mir, wie ihr Sohn, sich die Zunge aufgeschnitten hat und heftig aus dem Mund blutete, seine Schwester sei umgehend auf den Balkon gerannt. Als die Blutung plötzlich stoppte, rief sie ihre Tochter wieder zurück. Es sei alles gut. Die Antwort des Mädchens: „Ich weiss, ich habe soeben Gott gebeten, dass er meinen Bruder heilt“.

Ein anderes Mädchen, welches ebenfalls zu mir in die Sonntagschule kommt, fragte ich, was sie einmal werden möchte. Sie schaute mich mit grossen Augen an als wollte sie sich vergewissern, ob ich die Antwort wirklich nicht kenne. Dann erklärte sie fröhlich: „Eifach öber wo Gott kännt“.
Heute erzählte mir ihre Mutter, was für ein Vorbild die Kleine für sie sei. Wenn es ihr schlecht geht, betet sie, singt Lieder zu Gott und lässt sich so von Gottes Laune anstecken.

Lässt du dich anstecken?

Sooo unvernünftig!

„Hey, als du in der Schule ausgelacht wurdest, hast du jemals daran gedacht dich umzubringen?“

Ich wahr 16 Jahre alt in einem Lager mit ca. 80 Teenagers. Viele davon kannte ich gut aber mit diesem kleinen Mädchen habe ich noch nie gesprochen, ich wusste nicht mal ihren Namen. Als sie mich angesprochen hat, fragt sie bereits im ersten Satz, ob ich suizidgefährdet bin. Und woher bitte weiss sie, dass ich in der Schule gemobbt wurde? Das war einmal jetzt geht’s mir gut. „Ne so schlimm war es nie. Sicherlich hab ich mir schon Gedanken über Selbstmord gemacht. Daran gedacht hat wahrscheinlich jeder schon mal aber es ernsthaft in Erwägung gezogenen? Ne, das habe ich nie.“ Sie: „Ich habe meinen Eltern bereis einen Brief – einen Abschiedsbrief geschrieben.“

Sie merkte, dass sie mich überforderte gab, aber nicht auf und ging gleich auf die nächste Person zu, welche ihr vielleicht helfen könnte und zur übernächsten und zur überübernächsten.

Von meinen Erfahrungen mit Mobbing hörte sie übrigens von mir selbst. Ich wollte in einer Anbetungszeit von Gottes Grösse zeugen, doch aus Verlegenheit fand ich keine Worte. Ich stammelte irgendwelches — aus meiner Sicht — wirres Zeugs, vor mich hin, bis ich aufgab und beschämt das Mikrophon hinlegte. Ich hatte keine Ahnung, dass Gott mich dabei brauchte, um ein kraftvolles Zeugnis über seine Liebe in Bedrängnis abzulegen. Ein Zeugnis aus meinem Leben, welches alle hörten, nur ich selbst hab nichts davon mitbekommen.

Mirjam, inzwischen fand ich heraus, wie sie heisst, hatte neben ihren soziale Schwierigkeiten auch körperliche Gebrechen, Komplikationen mit Rücken, Gelenke und Atmung. Wir gingen auf eine zweitägige Wanderung. Einige versuchten ihr auszureden, mitzukommen. Dafür hatte sie kein Gehör.

An einer steilen Stelle der Wanderung hörte sie plötzlich auf, zu sprechen. Mirjam war so muksmäuschenstill, dass wir uns Sorgen machten. Doch so sehr wir sie auch bestürmten, sie lief einfach schweigend weiter. Bis sie zusammenbrach. Erstaunlich schnell erholte sie sich wieder. Eine Leiterin schlug vor, sie solle sich an einem Rucksack von jemandem festhalten, und sich ziehen lassen.

Auch davon wollte sie nichts wissen. Ich machte ihr zwar klar, dass ich gerne Zugesel spielen würde, wollte sie aber nicht weiter bedrängen. Kurz darauf fand diese Leiterin, dass sich die Bändel meines Rucksackes hervorragend eigenen um sich daran festzuhalten und lies sich fröhlich, lachend von mir ziehen, ein weiteres Mädchen stellte fest, dass ich ja zwei solche Bändel habe und so zog ich gleich zwei Junge Frauen den Berg hinauf. Es funktionierte, als Mirjam sah, dass sie nicht die Einzige sein wird, die sich ziehen lässt, lies sie sich von einem grösseren Mädchen helfen.

An diesem Abend sass ich etwas deprimiert auf einer Mauer, in den vergangenen Tagen hatte ich einiges erlebt, das mich beschäftigte, so ruhte ich mich in der Gegenwart Gottes aus und sang Lobpreislieder.

Mirjam setzte sich zu mir und fragte, wieso ich immer so gut drauf sei. Ich war erstaunt und wollte wissen, wie sie darauf kommt, worauf sie bemerkte, dass ich so oft Lieder singe. Ich erklärte ihr, dass ich gerade deshalb lobsinge, das ich mich eigentlich nicht gut fühle, es mir aber wohler ist, wenn ich Gott loben kann.

Sie sass noch eine Weile schweigend neben mir und ich sang leise weiter. Dann ging sie auf jemand anderes zu der hat mal etwas über Vergebung gesagt. Von ihm wollte sie lernen und fragte ihn aus.

Ich war beeindruckt von ihr. Sie suchte Hilfe, wo sie nur konnte, sie lies nicht locker und sie bekam Hilfe. Ein Jahr später vernahm ich, dass sie Klassensprecherin geworden ist von derselben Klasse, die sie beinah in den Tod getrieben hat.

Die Wanderung ging weiter und begann gleich am Anfang mit einem langen konstanten Anstieg.

Ich sah Mirjam mit einer Freundin weit hinter uns. Da wir kurz davor standen Sichtkontakt zu verlieren lief ich zurück und machte ihnen nicht unfreundlich aber deutlich klar, dass sie aufholen müssen. Sie, etwas vor den Kopf gestossen, entschuldigten sich, dass sie ja wollen aber nicht können.

War ich zu arrogant? Ich war ja nur ein anderer Teenager. Hatte ich das Recht, so mit ihnen zu reden? Ich lies mich nicht beirren und forderte die Beiden auf, mir ihre Rucksäcke zu geben.

Da ich ihre Sachen hatte, blieb ich in ihrer Nähe. Bald darauf, immer noch weit hinter den Anderen kam Mirjam auf die Idee, Loblieder zu singen. Ich war entsetzt, was hab ich da nur angestellt. Da ist sie mit Kreislaufprobelehmen am Wandern und jetzt will sie, wegen meinem Zeugnis, auch noch singen!? Soo unvernünftig. Oder? Gott lehrte mich eines Besseren. Die nächsten sechs Stunden verbrachten wir drei im lauten Worship, wir marschierten fröhlich vor Gott, denn anderen voraus.