Ich halt dich in meinen Händen

HaendeAn einem Lobpreis Abend vor einigen Jahren erhob ich meine Hände, um Gott anzubeten, um ihn zu ehren. Plötzlich viel meine Aufmerksamkeit auf einen Freund der einige Meter vor mir stand und ich fragte Gott ob er mir vielleicht etwas über oder für ihn sagen möchte.
Ich bekam keine verbale Antwort doch spürte ich, dass ich ihn umarmen soll. So lief ich zu ihm hin und gab ihm eine Seiten-Umarmung. Er lies sich halten wie ein Kind. Später erzählte er in der Gruppe, dass ihn jemand während der Lobpreiszeit umarmt habe, er sich bewusst nicht umgewandt hat, gar nicht sehen wollte, wer ihn hielt, weil er es einfach von Gott her annehmen wollte. Gott, der ihm dadurch sagt: «Mein liebes Kind, ich halt dich fest.» Soweit ich weis, hat er nie erfahren, welchen Arm Gott dafür benutzt hat.

Heute war ich zu Besuch in einer Kirche. Ich freute mich einfach Gast zu sein und wurde sehr herzlich begrüsst. Jemand brachte mir Kaffe und ein Gipfeli, noch bevor der Gottesdienst begann und ich genoss es einfach vor Gott zu kommen ohne irgendwelche geistliche Verantwortung zu tragen. Als wir aufstanden, um Gott ein paar Lieder zu singen viel mir eine Frau auf. Ich verspürte einen inneren Drang, für sie zu beten. So ging ich zu ihr hinüber, um sie zu fragen für was ich beten darf. Um ihre Aufmerksamkeit zu gewinnen, legte ich meine Hand auf ihre Schultern. Sie aber blieb regungslos.
Obwohl sie mich nie ansah, spürte ich, wie sie sich entspannte und sah, wie sich eine Träne von ihren Augen löste. So legte ich meinen Arm um sie und hielt beid ihre Schultern mit meinen Händen. Für einige Sekunden standen wir so nebeneinander vor Gott, und obwohl ich sie jetzt auch nicht mehr ansah, spürte ich jede Träne, die über ihre Wangen liefen. Mehr noch ich spürte jede Träne, die sie zurückhielt. Während mir das bewusst wurde, kam mir in den Sinn, dass ich ja für sie beten wollte, merkte aber auch gleich, dass ich weder ihr noch Gott etwas zu sagen hatte, was ich nicht bereits mit meinen Händen zum Ausdruck brachte: «Du bist kosbar, ich halte dich in meinen Händen, ich sehe alle deine Tränen, auch die, die du verschluckt hast.»

Sie weis wohl genau so wenig, mit welchen Händen Gott sie hielt, wie ich weis, worüber sie geweint hat. Das Entscheidende dabei ist: Gott weis beides!

Ich glaube, es gibt nichts Schöneres, nichts Ehrenvolleres, nichts Erfüllenderes, als die Hände, Beine, Arme und Füsse des Herrn zu sein.

Zurück in meiner Sitzreihe achtete ich erstmals auf das Lied, welches die Gemeinde gerade sang. Ich kannte es nicht aber es ging darum, dass Gott uns in seinen Armen hält.

Oxymorons

Ich sag jetzt mal gar nichts! Denn ich weiss, dass ich nichts weiss und was ich sage, stimmt nicht.
Es ist ein offenes Geheimnis, dass ich Intoleranz nicht tolerieren kann.
Öffentliche Intimität und freizügige Scham sind schrecklich schön.
Sag niemals nie.
Es ist falsch zu moralisieren.
Es wird sich immer alles verändern.
Ich bin demütiger als du!
Der Mensch ist gut aber die Menschheit verdirbt ihn.
Absolute Wahrheit gibt es nicht.
Ein absichtliches Versehen.
Eine zufällige Ordnung.
Freiheitszwang
Egoistische Liebe.
Eile mit Weile.
Verdiente Gnade.
Der weisse Mann ist rassistisch!
Männer sind sexistisch!
Gott sei Dank bin ich Atheist!
Ich glaub nicht an Gott, weil ich von ihm enttäuscht wurde.
Lieber ein schlauer Dummkopf als ein dummes Genie.

Gestern habe ich wohl das schönste Kompliment meines Lebens bekommen.
Jemand soll über mich gesagt haben: „Jedes Mal, wenn er den Mund öffnet, wird meine Liebe zu Jesus ein bisschen grösser“.
Wow… was soll ich dazu noch sagen… ich liebe dich Jesus!

Ist die Hölle wirklich schlimmer als das Leben?

Ich war etwa 16 Jahre alt, besuchte einen Jugendgottesdienst und betete für einen leicht älteren Teenager. Ich konnte nicht verstehen wieso oder wie, aber dieser Teenie war offensichtlich dämonisch belastet. Teils aus Unerfahrenheit, teils aus Schmerz wurde ich ziemlich laut. Ich schrie den Dämon an. Wiederholte immer wieder ein Wort, welches ich selbst nicht verstand – möglicherweise war es der Name, des Dämons. Bald schob mich ein reiferer Christ sanft zur Seite. Dann betete er selbst für den Teenie. In einer Seelenruhe befahl er dem Dämon, dass er gehen muss.

Die Spannung, die ich verspürte, als ich für diesen Teenager betete, ist schwer zu beschreiben und doch glaube ich, dass es eine Zerrissenheit ist, die viele nachfühlen können.
Es war als würde ich diese Person an den Fingerspitzen festhalten, während diese über eine Klippe hing und ein Monster an den Beinen hochkrabbelte. Ich hatte keine Zweifel, dass ich – oder besser gesagt Gott durch mich – diesen lieben Menschen festhalten kann, doch hatte ich Angst mich so fest an den Fingern festzukrallen, dass ich sie zerquetschen könnte. Auch fragte ich mich ob der Schmerz so an den Fingern zu hängen nicht schlimmer sei als der Aufprall nach einem Fall.

Wieso lässt Gott uns nicht einfach fallen?
In der Bibel steht, dass Gott einen glimmenden Docht nicht auslöscht und ein geknicktes Rohr nicht abbricht (Jes 42,3). Aber macht er uns damit einen Gefallen? Kann es nicht sein, dass das verkrampfte Festhalten am Leben unerträglicher wird als die Hölle selbst?

Überhaupt fällt es mir schwer zu glauben, dass die Hölle so schlimm ist. Nach Augustinus (354-430 n.Chr.) existiert Übel nicht wirklich, es ist einfach die Abwesenheit von Gutem, so wie die Dunkelheit Abwesenheit von Licht und Kälte Abwesenheit von Wärme ist. Demnach ist der Tod nichts anderes als die Abwesenheit vom Leben und oder die Abwesenheit Gottes.
Leid ist ein Verlust von etwas Gutem.
Bei absoluter Gottverlassenheit haben wir nichts mehr, was wir verlieren könnten.
Wenn es aber nichts mehr zu verlieren gibt, wie kann man dann noch leiden?
Niemand friert bei absoluter Kälte, weil wir unter einer gewissen Temperatur gar nichts mehr fühlen können. Sind wir in der Hölle nicht erst recht gefühlslos und somit unfähig zu leiden?

Ich überlegte mir, dass wir vielleicht an unseren Erringungen leiden werden.
An allen Möglichkeiten, die wir gehabt hätten, aber nicht genutzt haben. Am Wissen, das wir mit Gott Leben hätten, es für uns aber nicht mehr erreichbar ist; wir bei Gott in unverdorbener Liebe leben würden; wir mit Gott kreativ sein könnten; wir dazu verdammt sein werden, dieses Bewusstsein in aller Klarheit zu behalten und wir nichts mehr daran ändern können.
Wenn mich Gott vor einer so hoffnungslosen Ewigkeit bewahren will, bin ich ihm von Herzen dankbar. Auch in allem Zeriss den ich erlebe und miterlebe.

Vielleicht irre ich mich über die Hölle. Vielleicht sind es ganz andere Quallen, die Jesus beschreibt (Mk 9,47f; Lk 16,23f).

Aber da ist noch ein viel wichtiger Gedanke.
Jesus philosophiert nicht, er weiss was uns in der Hölle erwartet, was uns im Himmel erwartet und offensichtlich glaubt er, dass es sich lohn an deinem Leben festzuhalten. Im Glauben auf Jesus kann Paulus sagen, dass unsere Leiden auf Erden nichts sind im Vergleich zu der Herrlichkeit, die wir bei Gott empfangen werden (Röm 8,18).
Jesus aber glaubt nicht, er weiss, was auf dem Spiel steht, und hat sich entschieden, dass es sich lohnt. Er nimmt nicht nur in kauf, uns leiden zu sehen, er setzt sich selbst all unseren Schmerzen aus.

Ich bin beeindruckt von ihm, dass er uns in all unserem Leid nicht allein lässt.
Jesus ist nicht der Held, wie ein Ritter mit glänzender Rüstung, der sieht, dass wir im Sumpf stecken, am Rad steht, uns ein Seil entgegen wirft, und ruft: „Da Halt dich fest ich zieh dich da raus“.
Nein er springt selbst in den Sumpf, hält uns fest und sagt:
„Keine Angst ich trag dich da durch“.

Eine intensive Aura

Ich wurde spontan zu einer Gebetsgemeinschaft eingeladen, die mich tief bewegte. Ich war auf dem Heimweg, etwas verträumt und emotional voll auf Gott ausgerichtet, als mich ein Inder ansprach: „Du hast aber eine intensive Aura!“ Ich wusste zwar nicht genau, was er meinte, konnte mir aber gut vorstellen, dass ich etwas Spirituelles ausstrahle, immerhin fühlte ich mich mit Gott aussergewöhnlich starch verbunden

Aber was will dieser Mann von mir? Will er wissen, wo meine Aura herkommt, soll ich ihm von Gott und seiner Gnade erzählen? Übrigens strahlte auch er etwas Spirituelles aus nur ganz anders als was ich von meinem Gott kenne.

Mir war bald klar, dass er als Lehrer oder als Guru auftrat und wenig Interesse daran hatte etwas von meinem Gott zu hören. Trotzdem fragte ich Jesus ob es OK ist mit diesem Mann zu sprechen.
Vielleicht kann ja ich etwas von ihm lernen?
In einer für mich eher seltenen Deutlichkeit sagte mir Jesus, dass ich mit ihm sprechen darf, ich aber kein Kommitment mit ihm eingehen soll.

Der Inder stellte sich als Yoga Lehrer vor und zeigte mir ein Bild von Kindern in einem Weisenheim, welches er gegründet habe. Er sehe, dass ich eine starke spirituelle Autorität habe, mir aber zwei Chakras verschlossen seien. Er könne mir Helfen diese zu lösen. Er stellte mir viele scheinbar willkürliche Fragen und machte sich ständig Notizen.
Ein Stück Papier zerknitterte er zu einem kleinen Ball und gab es mir in die Hand.

„Die Sternen stehen gut für dich“, meinte er und sagte mir eine kurze aber intensive Zeit des Glücks voraus. Danach soll grosses Pech kommen. Ich stehe in Gefahr, mein Glück zu verpassen. Aber er könne mir helfen es zu ergreifen und zu behalten.
Ich warf ihm vor, dass er mit seinem Wechselspiel von positiven und negativen Versprechen, klassische Manipulation ausübe.
Überhaupt benutzte er zahlreiche Überzeugungsstechnicken.

Er begann mit Schmeicheln. Er bat mich um einen Kugelschreiber, obwohl er selbst Schreibzeug dabei hatte. Er nutzte Bilder, um den Beschützerinstinkt in mir zu wecken und präsentierte sich gleichzeitig als hochmoralisch und spirituell überlegen. Dem gegenüber zielte er auf meine Schwächen, die ich aufgrund von meinem Moral einzugestehen habe. Er weckte Interesse durch Andeutungen und betontem Verschweigen von Geheimwissen. Fragte ständig nach meiner Meinung und betonte jeweils (noch bevor ich mich fertig ausgesprochen habe), dass er gleicher Meinung sei – verdrehte meine Worte aber gleich ins Gegenteil. Er machte übertriebene Behauptungen, die er gleich wieder relativierte mit der unausgesprochenen aber spürbaren Forderung, dass ich meine Meinung ebenfalls relativiere.

Und dann kam es: Er sagte mir, er habe mir drei Vorhersagungen aufgeschrieben, auf dem Zettelchen welches ich immer noch in der Hand hielt. Er forderte von mir ein Versprechen, dass wenn wenigstens eine davon eintreffe, ich seinem Kinderheim eine Spende überweise, soviel wie es mir wert sei, es dürfe auch nur 5 Rp. sein.
Jop! Genau davon hat Jesus gesprochen als er mich gewarnt hat kein Kommitment einzugehen.
Mir war klar, dass ich damit für Wahrsagerei bezahlt hätte.

Ich fragte nach einer Homepage, damit ich mich über das Kinderheim informieren könne und falls mich ihre Arbeit überzeugt ich es auch finanziell unterstützen kann. Machte aber deutlich, dass ich mich nicht dazu verpflichten werde, auch nicht mit 5 Rp.
Eine Homepage oder weiter Informationen über das Heim wollte er mir nicht geben. So gab ich ihm den Zettel wieder zurück ohne den Inhalt gelesen zu haben und verabschiedete mich.

Ich hab diesen Yoga Lehrer durchschaut, geistlich und psychologisch und trotzdem wirkte seine Manipulation, ich konnte nicht aufhören zu denken, dass ich irgendetwas verpasst habe.
Immerhin hat er im Geist gesehen, dass ich mit Gott verbunden bin, weshalb sollte er nicht auch noch etwas anderes gesehen haben, dass mir helfen könnte?

Ich brachte mein ganzes Gedankenchaos vor Gott und fand bei ihm wieder Ruhe. Gerade weil ich mit Gott verbunden bin, gerade weil ich mich auf keine andere Spiritualität einlassen will, muss ich keine Angst haben, etwas zu verpassen.